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Ein Traum wurde wahr - Teil 4 von Daddy

 

daddy_florida_015.JPGDa wir einen Kapitän unser Eigen nennen konnten, es war Jochen mit einem Patent, hatten wir uns im Vorfeld über die Möglichkeit der Anmietung einer Motorjacht erkundigt. Nach diversen Verhandlungen mit dem Eigner waren wir uns einig geworden, die angebotene Jacht für einen Tag zu mieten.  Die dafür nötigen Vorbereitungen bzgl. Essen und Trinken, einen Grill hatten wir auch an Bord, waren tags zuvor erledigt worden.
 
 
 

daddy_florida_015.JPGNach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns voller Erwartungen der Dinge, die da kommen, auf den Weg Richtung Wasser. Da wir das gemietete Boot nur vom Bild her kannten, waren wir bei der Besichtigung vor Ort von der Größe überwältigt. Ich habe nicht nachgemessen, aber  UNSER Boot war mindestens 10 m lang. Während Jochen vom Eigner über die Technik eingewiesen wurde, brachten wir unseren Proviant an Bord. Nach einer Stunde hieß es Leinen los.

 

Um auf den Golf von Mexiko zu kommen, mussten wir erst einige Kanäle durchfahren. Dabei stellten wir fest, was für arme Willis wir sind. Wir sahen Häuser, wo jedes einzelne einen mehrfachen Millionenwert darstellte. Zudem befanden sich vor diesen Villen natürlich auch die dementsprechenden Boote jeglicher Größe. Die von uns angemietete Jacht wirkte gegen das eine oder andere vor Anker liegende Boot wie eine Nussschale.

 

daddy_florida_017.JPGWir schipperten an Mangrovenwälder vorbei und bestaunten, was Mutter Natur so alles zu bieten hat. Jochen musste höllisch aufpassen, da viele Schiffe Richtung Golf unterwegs waren, aber gleichzeitig auch reger Gegenverkehr herrschte. Dabei durfte man jedoch die durch Bojen gekennzeichnete Route nicht verlassen. Stellenweise war das Wasser dort noch nicht einmal 50 cm tief. Nach ca. 50 Minuten hatten wir endlich die Schleuse erreicht und brauchten noch nicht einmal lange davor warten. Nun musste Jochen sein Können unter Beweis stellen. Vorsichtig steuerte er das Boot in die Schleuse. Beim Stillstand hatten wir rechts und links jeweils ca. 2 m Platz. Alle atmeten vor Erleichterung auf, als wir diese auf der anderen Seite ungehindert verlassen konnten. Nun stand uns die Welt offen. Bei leichter Fahrt steuerte Jochen Richtung Fort Myers Beach. Nun konnten wir auch einmal daran denken etwas Gas zu geben. Dieses wurde durch Jochen mit einem Schub seiner rechten Hand in die Tat umgesetzt. Wow war das ein Gefühl. Unser Böötchen hatte ja richtig Dampf. 

 

daddy_florida_022.JPGVor uns tauchte rechter Hand die Insel Sanibel auf. Diese wird mit dem Sanibel Causeway, durch  eine lange Brückenverbindung zum Festland von Fort Myers verbunden. Gekonnt steuerte Jochen unsere Jacht durch die für Boote vorgesehene Passage unter der gewaltigen Brücke durch. Es ist der sogenannte San Carlos Pass. Weiter ging es Richtung Lover´s Kay. Da wir nun freie Fahrt hatten, wollten wir auch einmal austesten, wie schnell unser Boot ist. Ich kann nur einst sagen: Es war mächtig schnell. Wir zogen eine riesige Welle hinter uns her. Voller Überraschung stellten wir fest, dass uns ca. 3-4 Delphine begleiteten. Sie schwammen direkt im Kielwasser unseres Schiffes und waren beinahe zum Streicheln nah. So etwas hatten wir auch noch nicht erlebt.

 

In einer Entfernung von ca. 5 km vom Festland stoppten wir unsere Fahrt, um vor Anker zu gehen. Es war an der Zeit für unser leibliches Wohl zu sorgen. Leider scheiterte dieser Versuch des Ankerwerfens. Der Motor streikte. Die Kette drehte sich keinen Zentimeter. Trotz mehrfacher Versuche und Unterstützung von Barni und mir gelang es uns nicht, den Anker ins Wasser zu lassen.  Also ließen wir die Jacht dümpeln und bestückten unseren Grill mit verschiedenen Fleisch und Fischköstlichkeiten. Durch das Schaukeln des Bootes war es Birgit und Ursel nicht unbedingt wohl im Magen. Die Anderen fühlten sich jedoch ausgesprochen wohl und langten kräftig zu. Anschließend genehmigten sich die Frauen ein Sonnenbad mit einem Gläschen Sekt. Wir Männer gönnten uns da schon eher ein kühles Bier. Die Zufriedenheit von Barni zeichnete sich dadurch aus, dass er bei geschlossenen Augen einen Wald rodete. Er genoss den Schlaf der Gerechten.

 

Gegen 15.00 Uhr mussten wir uns jedoch wieder auf den Heimweg machen. Dieses geschah nun in umgedrehter Reihenfolge. Bei der Anlegestelle angekommen, erwartete uns der Eigner. Alles ausgeräumt, wurde das Schiff von uns grob mit Wasser gereinigt, damit die Salzrückstände möglichst beseitigt werden und sich nicht festsetzen können. Nach diesen Arbeiten wurde die Jacht in unversehrtem Zustand zurückgegeben. Abschließend wurden wir noch zu einem Getränk eingeladen, um danach auf direktem Weg nach Cape Coral zu fahren.  Abends haben wir noch unseren Grill angeschmissen um den Rest unseres Proviants zu genießen. Auf einmal klingelte es an der Haustür. Roswitha und Detlef waren auf dem Weg Richtung Flughafen. Heute sollten Ulrike und Horst aus Goslar eintreffen. Da sie noch etwas Zeit hatten, machten wir  zusammen noch ein Schwätzchen. Für den morgigen Tag war die Tour Richtung Miami/Key West von uns geplant, an der auch Roswitha und Detlef teilnehmen wollten. Nun machte ich den Vorschlag, auch Ulrike und Horst an dieser Tour teilhaben zu lassen. Alle waren mit diesem Vorschlag einverstanden. Detlef sollte die Beiden fragen, ob sie Interesse hätten. Dieses wäre natürlich eine große Anstrengung auf Grund des langen Flugs sowie der Zeitumstellung. Roswitha und Detlef machten sich nach der Unterhaltung auf den Weg zum Flughafen. Wir besprachen noch Einzelheiten unserer Dreitagestour, packten einige Sachen zusammen und gingen dann ins Bett.

 

Da wir um 8.oo Uhr los wollten, sind wir schon sehr früh aufgestanden, um in Ruhe zu frühstücken. Während wir die Moppeds reisefertig gemacht haben, kullerten Roswitha und Detlef mit ihren Urlaubsgästen Ulrike und Horst ein. Wir begrüßten alle und freuten uns über die positive Entscheidung zur Mitreise.

 

Drücker hin und Drücker her ging es pünktlich 8.oo Uhr los. Detlef führte, dann kam Barni, ich, Horst und dann Jochen. In der Stadt suchten wir die erste Tankstelle um die Moppeds voll zu machen. Danach ging es bei Sonnenschein erst einmal Richtung Fort Meyers. Von dort aus auf der Interstates 75 Richtung Bonita Springs. Da wir auf der Hinfahrt am Anfang Strecke machen wollten, wählten wir ein Teil Autobahn. Dabei durchquerten wir Florida von der Westküste Nähe Naples Richtung Fort Lauderdale an der Ostküste. Von dort aus ging es über Hialeah nach Miami. Auf diesem Streckenabschnitt, welcher unseren zweispurigen Bundesstraßen gleicht, kamen uns  viele Motorradgruppen entgegen. Der überwiegende Teil bestand aus Harley Davidson Fahrern. Alle grüßten freundlich zurück. Auch hier hatten wir einen Streckenabschnitt von ca. 50 Meilen, welcher wie an einer Schnur gezogen geradeaus verlief. Sollte jemand von euch meinen, dass dieses auf die Dauer langweilig wäre, müsste ich energisch widersprechen. Durch diesen Umstand, der gefahrenen Geschwindigkeit, es waren ca. 60 Meilen, hatten wir die Möglichkeit unvergessliche Eindrücke der Landschaft sowie der darin lebenden Tierwelt wahrzunehmen. Auch unsere beiden Neuen hatten sich nach kurzer Zeit so gut eingefügt, dass wir das Gefühl hatten, sie von Anfang an dabeigehabt zu haben.

 

daddy_florida_022.JPGGegen Mittag sahen wir die Skyline von Miami. Boote, Boote, Boote egal wohin man schaute. Eines schöner und größer als das Andere. Über riesige Autobahnkreuze, zum Teil kamen mehrere Spuren von allen Seiten auf die von uns befahrene Hauptstrecke. Detlef führte uns jedoch sicher durch das für mich heillose Durcheinander weiter Richtung City. Dort kam für mich der Obergau oder auch Hölle genannt. Da fahre ich lieber 10-mal durch Frankfurt. Das wir dort heile und noch zusammen angekommen waren, grenzte für mich an ein Wunder. Nun kam das Schwerste überhaupt. In diesem Wespennest Parkplätze für 4 Moppeds und 1 Trike zu finden. Nach vielem Suchen und hin und her fanden wir diese auf einem Areal. Da jedoch nicht für jeden von uns ein Parkplatz zur Verfügung stand, wurden kurzerhand 2 Moppeds auf einen Parkplatz abgestellt. Erleichtert machten wir uns auf den Weg, um die Umgebung zu erkunden.

 

Überall herrschte Jubel, Trubel, Heiterkeit mit Lifemusik und Gauklern. Gezielt führte uns Detlef in das angesagte Hard Rock Cafe. Man fühlte sich in die 60er Jahre versetzt. Alle Größen des Musikgeschäfts hatten sich dort zum größten Teil mit ihren Musikinstrumenten verewigt. Jeder von uns bestellte sich einen Hamburger mit 1 Glas Bier. Als es ans bezahlen ging, bekamen wir einen Schreck. Für 2 Hamburger und 2 Bier waren es mal eben gerade 66,oo Dollar. Allerdings bekam jeder der 1 Bier bestellt hatte, 1 verpacktes Bierglas mit der Aufschrift Hard Rock Cafe ausgehändigt.

 

Danach machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Moppeds. Dort angekommen bekamen wir erst einmal einen mächtigen Schreck. Horst und ich hatten ein Knöllchen bekommen. Der Grund war darin zu sehen, dass jeweils nur ein Fahrzeug auf einen Parkplatz stehen darf. Ich meine mal, dass es 30 oder 40,oo Dollar waren. Roswitha erklärte sich bereit, dieses von zuhause für uns zu regeln. Hiermit nochmals einen großen Dank.

 

Das rausfahren aus Miami war genauso schwer wie das reinkommen. Wir mussten lange suchen, um die Interstates 1 Richtung South Miami Heights zu finden. Auf dieser fuhren wir dann gemächlich durch die Everglades Richtung Key Largo. Da es nun schon zu dämmern anfing, suchten wir eine Unterkunft für die Nacht. Das gestaltete sich jedoch schwieriger als vorgestellt. Nach ca. 40 Meilen fanden wir in der Nähe von Leisure City ein Motel. Da noch 5 Doppelzimmer zur Verfügung standen, überlegten wir nicht lange und griffen zu. Es war zwar nicht das Gelbe vom Ei, die Zimmer in Orlando waren wesentlich billiger und um vieles besser, aber lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

 

Taschen aus dem Mopped aufs Zimmer gebracht, Lidstrich nachgezogen und wir machten uns gemeinsam auf die Suche nach einer netten Kneipe. Da wir den nächsten Morgen wieder früh los wollten, dauerte der Abstecher nicht gar zu lange, aber schön und lustig war er dennoch. 

 

Auf Wiedersehen zum 5. und letzten Teil des Reiseberichts    

 

 

 

VM-D